Während die Schweiz auf das Jahr 2025 zusteuert, wird die Rolle nachhaltiger Investitionen bei der Transition zu einer kohlenstoffarmen und nachhaltigen Wirtschaft immer deutlicher. Nicht nur Investorinnen und Investoren spielen in diesem Prozess eine wesentliche Rolle. Auch die Schweizer Banken dienen als entscheidende Wegbereiter, indem sie die notwendigen Finanzdienstleistungen und -produkte zur Unterstützung dieser transformativen Investitionen bereitstellen.

Schweizer Banken sind seit Langem für ihre Stabilität und Innovationskraft bekannt. Mit Sustainable Finance nutzen sie diese Stärken, um eine treibende Rolle bei der Finanzierung der Transition zu einer nachhaltigen Wirtschaft zu spielen. Mit massgeschneiderten Lösungen ermöglichen sie es Anlegerinnen und Anlegern, Investitionsmöglichkeiten zu finden, die ihren Werten und Zielen entsprechen, und Projekte zu finanzieren, die mit den ökologischen und sozialen Zielen der Schweiz im Einklang stehen.

So haben sich nachhaltige Investitionen in der Schweiz von einem Nischen- zu einem Mainstream-Ansatz entwickelt. Kapital fliesst vermehrt in Unternehmen und Projekte, die ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und langfristige wirtschaftliche Stabilität fördern. In der Folge werden nachhaltige Praktiken in den Geschäftsalltag integriert, was wiederum Innovationen vorantreibt, attraktive Arbeitsplätze schafft und den CO2-Fussabdruck reduziert. Die kürzlich in Kraft getretenen Selbstregulierungen von Banken, Asset Managern und Versicherern werden diesen Prozess weiter beschleunigen.

Auch über die Förderung energieeffizienter Gebäude unterstützen Schweizer Banken die Transition zu einer nachhaltigen Wirtschaft. Sie bieten entsprechende Hypotheken und Kredite an, die speziell für die Finanzierung der Nachrüstung von Gebäuden mit energiesparenden Technologien entwickelt wurden. Diese Finanzprodukte ermöglichen es Hausbesitzern und Bauherren, die Isolierung und die Heizsysteme zu verbessern und erneuerbare Energiequellen zu integrieren, um den CO2-Fussabdruck und die Betriebskosten zu senken. Zudem sensibilisieren die Banken Hausbesitzer bei der Hypothekarberatung für diese Themen.

Weitere Investitionsfelder sind die Finanzierung nachhaltiger Infrastruktur und von Anlagen für erneuerbare Energien wie Wind- und Solarparks bis hin zur Förderung nachhaltiger Verkehrsmittel. Damit werden nicht nur die Nachhaltigkeitsziele der Schweiz unterstützt, sondern auch langfristige Investitionsmöglichkeiten geschaffen. Climate Finance, die finanzielle Unterstützung von Massnahmen zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen und zur Anpassung an die Folgen der globalen Erwärmung, ist also fest etabliert und längst kein Zukunftsthema mehr.

Positiver Wandel durch nachhaltige Investitionen

Die Rolle der Schweizer Banken bei nachhaltigen Finanzierungen besteht nicht nur darin, Kapital zur Verfügung zu stellen, sondern auch darin, einen substanziellen, positiven Wandel in der gesamten Wirtschaft voranzutreiben. Erstens ermöglichen Schweizer Banken mit ihren Finanzierungen die Reduktion von Treibhausgasemissionen und fördern die effiziente Nutzung von Ressourcen. Durch die Unterstützung von Projekten in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Infrastruktur tragen sie ausserdem direkt zu den Umweltzielen der Schweiz bei. Zweitens schaffen die Banken einen sozialen Nutzen, indem sie Projekte finanzieren wie zum Beispiel bezahlbaren Wohnraum und kommunale Infrastruktur. Und drittens tragen die Schweizer Banken zum Aufbau einer widerstandsfähigeren Wirtschaft bei, indem sie Gelder in nachhaltige Investitionen lenken. Solche Investitionen schaffen Arbeitsplätze, fördern Innovationen und verringern die Abhängigkeit des Landes von fossilen Brennstoffen.

Zunehmende Regulierung und mangelnde Daten als Herausforderung

Neben den Chancen ergeben sich für die Schweizer Banken durch die Transition aber auch neue Herausforderungen. So nimmt beispielsweise die Regulierung immer weiter zu und wird komplexer. Auch die Überprüfung von Nachhaltigkeitskriterien der zu finanzierenden Projekte ist aufgrund fehlender Daten anspruchsvoll. Die Schweizer Banken reagieren darauf, indem sie ihre Prozesse verbessern, die Transparenz erhöhen und ihre Mitarbeitenden schulen. Nachhaltigkeit hat dadurch nicht nur in der Geschäftsstrategie einen hohen Stellenwert, sondern wird auch im Geschäftsalltag immer stärker gelebt. Parallel dazu arbeiten die Banken auch mit den Behörden, Nichtregierungsorganisationen sowie internationalen Organisationen zusammen, um ihre Geschäftsaktivitäten stärker an globalen Nachhaltigkeitsstandards auszurichten.

Treiber einer emissionsfreien Zukunft

Kurz vor dem Jahr 2025 ist die Rolle der Banken bei der Finanzierung nachhaltiger Investitionen wichtiger denn je. Indem sie Kundinnen und Kunden nachhaltige Anlagelösungen anbieten und diese fördern sowie Kapital für die Finanzierung energieeffizienter Gebäude und nachhaltiger Infrastruktur bereitstellen, ermöglichen sie den Übergang hin zu einer emissionsfreien Wirtschaft. Damit tragen sie zu einer nachhaltigeren und widerstandsfähigeren Zukunft der Schweiz bei und zeigen, dass die Finanzwelt eine treibende Kraft für positive Veränderungen sein kann – natürlich immer im Einklang mit den Vorgaben ihrer Kundinnen und Kunden.


Autor:

August Benz ist Leiter International & Transformation und stv. CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg).
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