Trotz des signifikanten Wachstums und des enormen Potenzials sehen sich Impact-Investments mit erheblichen Hürden konfrontiert, deren Überwindung für die breite Marktakzeptanz entscheidend ist.

1. Mangelnde Standardisierung und «Impact Washing»

Die Heterogenität der Messung und Berichterstattung ist die wohl grösste Herausforderung. Während für finanzielle Kennzahlen klare internationale Standards existieren, ist die Messung der tatsächlichen Wirkung (Impact) komplex und uneinheitlich. Es fehlt an global verbindlichen Metriken und Taxonomien, die es ermöglichen, die Wirkung verschiedener Investments transparent und vergleichbar zu machen.

  • Die Folge: Die Tür wird für «Impact Washing» oder «Greenwashing» geöffnet, bei dem Akteure eine grössere Wirkung suggerieren, als sie tatsächlich erzielen. Dies untergräbt das Vertrauen der Investoren und erschwert die Unterscheidung zwischen echtem Impact und reinen Marketingaussagen. Eine verstärkte Regulierung (wie die EU-Offenlegungsverordnung) versucht hier zwar, Klarheit zu schaffen, führt aber in der Praxis teils zu Regulierungskomplexität.

2. Das Dilemma von Skalierung und Liquidität

Viele Impact-Investments, insbesondere in den frühen Phasen innovativer Projekte oder in Schwellenländern, fallen in den Bereich der Private Markets (Privatmärkte). Dies birgt zwei zentrale Probleme:

  • Mangelnde Skalierbarkeit: Geeignete Anlageprodukte mit nachweisbarem Impact in ausreichender Grösse (Volumen) und über verschiedene Assetklassen hinweg fehlen oft, um die wachsende Nachfrage institutioneller Anleger zu bedienen. Die Transformation der Realwirtschaft erfordert Milliarden, doch viele Impact-Projekte sind kleinteilig und erfordern Spezialwissen und einen langen Atem.
  • Geringe Liquidität: Investitionen in Private Equity, Infrastruktur oder Venture Capital sind naturgemäss langfristig und wenig liquide, was für viele traditionelle Anleger, die kurzfristigere Liquidität benötigen, eine Hürde darstellt.

3. Wissenslücken und der Mythos der Minderrendite

Obwohl Studien belegen, dass Impact Investing keinen Renditeverzicht bedeuten muss – oft werden sogar marktübliche oder überdurchschnittliche Renditen erzielt –, hält sich der Irrglaube hartnäckig, dass Investitionen mit Wirkung automatisch zu einer Minderrendite führen.

  • Fehlendes Wissen: Bei einem Grossteil der Anleger, insbesondere bei Privatanlegern und kleineren institutionellen Investoren, herrscht ein Mangel an konkretem Wissen über die Konzepte, Chancen und Risiken von Impact Investment. Dies betrifft sowohl die Funktionsweise als auch die Auswahl geeigneter Produkte.
  • Transparenz und Vertrauen: Nur durch konsequente Transparenz in Bezug auf die Wirkungsmessung und die finanzielle Performance kann dieser Mythos nachhaltig entkräftet und das Vertrauen in die Anlageklasse gestärkt werden.