Als Finanzministerin verfolge ich zwei Prioritäten: gesunde Bundesfinanzen und stabile Finanzmärkte. Die Nachhaltigkeit im Finanzbereich hängt mit diesen Prioritäten zusammen.
Als weltweit bedeutender Finanzplatz hat die Schweiz viel zu bieten, um hochwertige, nachhaltige Finanzdienstleistungen zu entwickeln und anzubieten. Damit kann die Schweiz nicht nur zur Bewältigung des Klimawandels beitragen, sondern mit ihrer führenden Position in diesem Bereich auch die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität des Finanzstandorts stärken.
Zentral ist dabei das Funktionieren der Märkte, damit Umweltrisiken gebührend berücksichtigt werden können. Aufgabe der Behörden ist es, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Finanzsektor, also Banken und Versicherungen, seine Kompetenzen für innovative Dienstleistungen im Bereich von Green Finance nutzen kann.
Nicht immer muss der Bundesrat dafür neue Regulierungen vorschlagen. 2023 hat die Regierung in einem Grundsatzpapier dargelegt, wie Greenwashing verhindert oder zumindest vermindert werden kann. Gleichzeitig wurde eine staatliche Regulierung in Aussicht gestellt, falls die Finanzbranche nicht glaubwürdig gegen Greenwashing vorgeht.
Im Juni 2024 stellte der Bundesrat ermutigende Fortschritte in der Finanzbranche fest, weshalb er vorläufig auf staatliche Vorschriften verzichtet. Zudem soll abgewartet werden, bis die bereits weit gediehenen Regelungen der EU definitiv vorgestellt werden.
Für den Bundesrat bergen nachhaltige Finanzdienstleistungen grosse Chancen. Ein nachhaltiger Finanzplatz Schweiz trägt dank seiner Steuerleistung zu gesunden Bundesfinanzen bei und leistet einen Beitrag zur Stabilität der Finanzmärkte.
Karin Keller-Sutter
Vorsteherin des Eidgenössischen Finanzdepartements EFD
Bild: © EFD / Alessandro Della Valle
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