Das ist an sich ein grosser Erfolg. Zudem ist ein Maturitätsprozess bei «Sustainable Finance» im Gange, getrieben durch Faktoren wie gestiegene Qualitätsansprüche der Kundschaft, Produktinnovationen und neue regulatorische Rahmenbedingungen.
Das ist begrüssenswert. Denn die FINMA beobachtet immer wieder, dass als «nachhaltig» bezeichnete Finanzprodukte und -dienstleistungen nicht die nötige Transparenz bieten. Dadurch besteht das Risiko von Greenwashing, d. h. das Risiko, dass Kundinnen und Kunden über nachhaltige Eigenschaften von Finanzprodukten und -dienstleistungen getäuscht werden. Für Kundinnen und Kunden muss klar sein, was unter Begriffen wie «ESG» oder «sustainable» konkret verstanden wird und wie Nachhaltigkeitsziele tatsächlich erreicht werden sollen.
Die FINMA hat die Greenwashing-Prävention und -Bekämpfung seit längerem in ihre Aufsichtstätigkeit integriert. Ziel ist dabei der Schutz der Kundschaft vor irreführenden Nachhaltigkeitsversprechen. Das zeigte auch Wirkung. So setzte die FINMA wo nötig Korrekturen zur Umsetzung der Transparenzanforderungen bei Schweizer Fonds mit Nachhaltigkeitsbezug durch. Die FINMA beobachtete auch im Rahmen von Vor-Ort-Kontrollen jüngst noch Schwachstellen, insbesondere am «Point of Sale».
Aufgrund der lückenhaften gesetzlichen Grundlagen ist der Handlungsspielraum der FINMA für eine effiziente Prävention und Bekämpfung von Greenwashing eingeschränkt. Hilfreich aus Sicht der FINMA wären insbesondere einheitliche Definitionen, sektorübergreifende Verhaltenspflichten am «Point of Sale» sowie verbindliche Mindestanforderungen hinsichtlich Produkttransparenz und Berichterstattung.
Die aktuelle Botschaft der FINMA an die Branche bleibt klar: Nachhaltigkeit muss Substanz haben und nicht täuschend sein. Greenwashing lässt sich gut verhindern – insbesondere durch klare Kommunikation, nachvollziehbare Ansätze und adäquate Umsetzung in Governance und Risikomanagement.
Marianne Bourgoz Gorgé
Mitglied der Geschäftsleitung und Leiterin Geschäftsbereich Integrierte Risikoexpertise, FINMA
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