Diese Frage beschäftigt private und institutionelle Anlegerinnen. Von ihnen werden zunehmend transparente und nachvollziehbare Antworten erwartet.

So geht PUBLICA davon aus, dass ihre versicherten Personen und weitere Anspruchsgruppen künftig erfahren wollen, wie die Anlagen auf die Welt wirken. Wie die Wirkung der Anlagen gemessen und kommuniziert wird, ist Teil der Weiterentwicklung des Konzepts «verantwortungsbewusst investieren» von PUBLICA.

Dimension «Wirkung» gewinnt an Bedeutung

Die Wirkung von Finanzinvestitionen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft ist bedeutender geworden. Einerseits mit dem Klima-Übereinkommen von Paris im Jahr 2015, in dem die Lenkung der Finanzflüsse zur Erreichung der Klimaziele explizit erwähnt wird. Andererseits mit der Verabschiedung der UNO-Nachhaltigkeitsziele (UN Sustainable Development Goals) im selben Jahr.

Unter Impact Investing werden in diesem Zusammenhang Investitionen verstanden, die mit der Absicht getätigt werden, eine positive und messbare Auswirkung auf die Gesellschaft und Umwelt zu haben und gleichzeitig eine marktgerechte Rendite zu erwirtschaften. Durch die Wirkungsmessung wird die klassische Betrachtung des Portfolios in den Dimensionen Rendite und Risiko um die Dimension «Wirkung» erweitert.

Wirkungsmessung steht im Vordergrund

Für PUBLICA steht in einem ersten Schritt die Wirkungsmessung der Investitionen im Vordergrund. In Anlehnung an akademische Studien der Universität Zürich unterscheidet PUBLICA zwischen der Wirkung, die Anleger auf Unternehmen haben, beispielsweise indem Risikokapital gezielt für neue Energiespeichertechnologien zur Verfügung gestellt wird, und der Wirkung der Unternehmen auf die Wirtschaft, beispielsweise ein Produzent von Solarenergie, der durch sein Produkt zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen beiträgt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es festzustellen, welchen direkten Zusammenhang zwischen einer Investition und deren Wirkung auf die Wirtschaft besteht (Kausalität). Streng genommen kann nur dann von Impact Investment gesprochen werden, wenn eine beobachtete Wirkung ausschliesslich durch die Aktivitäten des Unternehmens oder des Investors verursacht wird und nicht durch andere Faktoren. Bei der praktischen Messung müssen dabei vereinfachende Annahmen getroffen werden.

UNO-Nachhaltigkeitsziele bieten Rahmenwerk

Diese Überlegungen zeigen auf, dass die Wirkungsmessung für Anleger komplex und mit grösserem Aufwand verbunden ist und einiges an Fachwissen voraussetzt. Bei einer unsachgemässen Verwendung des Begriffs «Impact Investing» besteht zudem die Gefahr von «Greenwashing» mit entsprechenden Sanktionen durch die Aufsichtsbehörden. Die Qualität und die Verfügbarkeit von Daten zur Messung der Wirkung sind zudem noch sehr eingeschränkt. In den letzten Jahren wurden aber dank dem Einsatz neuer Techniken wie künstlicher Intelligenz und quantitativer Methoden zur Verarbeitung grosser Datenmengen deutliche Fortschritte erzielt.

Mit den 17 UNO-Nachhaltigkeitszielen und den unterliegenden 169 Zielvorgaben und 232 Indikatoren besteht ein Rahmenwerk, nach dem die Wirkungsmessung ausgerichtet werden kann. Für Anleger ist dies eine Chance, zukünftig aussagekräftige und allgemein verständliche Antworten auf die Frage der Wirkung von Investitionen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu geben und weitere Entscheide daraus abzuleiten.

Manuela Guillebeau ist Nachhaltigkeitsspezialistin bei der Pensionskasse des Bundes PUBLICA. Sie ist für die Umsetzung und Weiterentwicklung des Konzepts «verantwortungsbewusst investieren» verantwortlich und vertritt PUBLICA im Vorstand des Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK-ASIR).
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